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Park des Commercienrat Lahusen

von Frauke und Peter Frese

(Layout: Klemens Manemann)


Einige Jahre nachdem Carl Lahusen, der Leiter der Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei AG, die weiße Villa neben dem Fabrikgelände mit seiner Frau Armine bezogen hatte, ließ er einen Park anlegen. Wilhelm Benque, der Gestalter des Bremer Bürgerparks, plante wahrscheinlich in den Jahren1893/1894 diesen englischen Landschaftsgarten. Er ist in Delmenhorst als Wollepark bekannt und war wie die Fabrikanlage ein abgeschlossener Bereich.

Im vorderen Teil der Anlage befanden sich Spielplätze für die Kinder, ein Droschkenhaus, eine Meierei, ein Nutzgarten und Viehweiden. sie bildeten den unmittelbaren äußeren Lebenskreis der Villa. Es folgten der von der Delme durchflossene Park mit gewundenen Wegen, ein Teich mit einer Insel und ein künstlich aufgeschütteter Hügel. Einheimische und exotische Bäume in harmonischer Farbzusammenstellung begrenzten die Sichtachsen. Der Park diente den Bewohnern des Hauses zur Erholung und wurde von den vielen Kindern der Lahusens als Spiel und Sportfläche genutzt.  Der Teich eignete sich zum Baden und für Kahnfahrten. Die Meierei versorgte die Familie mit frischer Milch, Butter und Käse. Im Nutzgarten wurde Obst und Gemüse für den großen Haushalt gezogen. Den Fabrikarbeitern und Angestellten waren Zugang und Einblick in den Privatpark der Familie Lahusen durch einen hohen Bretterzaun verwehrt.

Nach dem Tod Carl Lahusens 1921 nutzte die Familie den Park nur noch wenig. Auf Betreiben der NS-Organisation KdF (Kraft durch Freude) wurde er 1935 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein neuer Eingang an der Stedinger Straße und der Bau einer Freilichtbühne veränderten den ursprünglich privaten Charakter der Anlage.

Nach dem Krieg sperrte man den Park wieder für die Allgemeinheit. Teile des Parks wurden veräußert. Das Kernstück, die eigentliche Parkanlage um den See, blieb im Besitz der NWK und war den Anliegern zugänglich.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten führten zwischen1965 und 1971 zum Verkauf des gesamten Parkgeländes an die Neue Heimat. Unter dem Motto: "Wohnen im Park" erfolgte ab 1968 eine Wohnblockbebauung auf dem Areal der ehemaligen Spiel- und Nutzgartenfläche.

Für das Wohngebiet Thüringer Straße wurden 1972 15000 m² Waldfläche abgeholzt.
1975 wurde die Stadt Eigentümerin des Kernstücks, eine Sanierung nach den alten Plänen ist in diesem Jahr vorgesehen.

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